
Kronen Zeitung
GROSSE WILLKOMMENSPARTY
Österreichs U17-WM-Helden lassen sich feiern!
Zwei Tage nach dem in Doha mit 0:1 gegen Portugal verlorenen WM-Finale hat es für Österreichs U17-Nationalmannschaft im ÖFB-Campus in Wien-Aspern eine große Willkommensparty gegeben. Vor knapp 1.000 Fans im Kleinstadion wurden Johannes Moser, Jakob Pokorny und Co. noch einmal groß abgefeiert, schon davor spendete die Verbandsspitze lobende Worte. ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll etwa sprach von einer „Sternstunde für den österreichischen Fußball“. Und: „Diese Erlebnisse kann uns keiner mehr nehmen“, sagte Kapitän Jakob Pokorny.
Bei der Feier wurden zunächst die Mitglieder des Betreuerstabs und dann die Spieler einzeln auf die Bühne gebeten, von Pröll, Vizekanzler Andreas Babler und ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel geehrt und mit einer Kristalltrophäe als Anerkennung bedacht. Den Schlusspunkt der knapp einstündigen Veranstaltung markierte ein gemeinsames Singen von Rainhard Fendrichs „I am from Austria.“ Davor hatte Babler bereits angekündigt, Teamchef Hermann Stadler für das Verdienstzeichen der Republik Österreich vorzuschlagen.
Stadler zeigte sich davon ebenso bewegt wie von den Erlebnissen der vergangenen Wochen. „Es ist einzigartig, wie die Mannschaft am Platz und außerhalb des Platzes aufgetreten ist – eigentlich untypisch österreichisch“, erzählte der Salzburger. „Sie haben sich nie mit den ersten Siegen zufrieden gegeben, sondern immer gesagt, das ist nicht das Ende der Fahnenstange.“
Der 64-Jährige arbeitet seit rund zwei Jahrzehnten für den ÖFB und betreute in dieser Zeit mehrere Nachwuchs-Nationalteams. „Ich durfte schon viele gute Spieler begleiten. Das waren alles gute Einzelspieler, aber der Unterschied war, dass mich diese Mannschaft Tag für Tag verzaubert hat, wie sie an diese Spiele herangegangen ist. Da habe sogar ich als alter Hase von den Jungs etwas lernen können.“
Pokorny: „Habe in fünf Tagen Matura“
Nun gehe es für die Spieler darum, die richtigen Lehren aus dem WM-Abenteuer zu ziehen, betonte Stadler. „Was da alles auf sie eingeprasselt ist, ist für 17-Jährige enorm. Jetzt müssen sie bei ihren Vereinen als Vorbild dienen und weiter hart an sich arbeiten.“ Ein großer Teil der Mannschaft übersiedelt in die U18, die dann später um die U19-EM-Teilnahme kämpft. Ob diese Truppe von Stadler betreut wird, ist offen. Er freue sich jetzt auf die kommenden Tage mit seinen Enkelkindern, so Stadler. „Und dann geht‘s schon ans Analysieren.“ Für Kapitän Pokorny steht bereits am Donnerstag die Matura auf dem Programm. Regelmäßige Lerneinheiten dafür absolvierte der Abwehrchef in Doha, wo er einprägsame Erfahrungen sammelte. „Das bleibt fürs Leben, das kann uns keiner mehr wegnehmen“, sagte Pokorny.
Moser muss auf seine Matura noch ein bisschen warten, ist aber immerhin schon im Besitz der Vormatura. Der Offensivspieler hatte am Samstag die Trophäen für den WM-Torschützenkönig und den zweitbesten Spieler des Turniers beim Rückflug von Doha nach Budapest im Gepäck. „Kurz haben sie mich beim Zoll gefragt, ob ich Waffen mithabe“, erzählte Moser mit einem Schmunzeln.
Moser: Persönliche Auszeichnungen „Produkt der Mannschaft“
Seine Pokale habe er der Mannschaft zu verdanken, beteuerte der Kärntner. „Eine individuelle Auszeichnung ist nicht das Produkt von individueller Leistung, sondern von der Leistung des Teams.“ Auch aufgrund solcher Aussagen zeigte sich Verbandschef Pröll von den U17-Kickern beeindruckt. „Ich habe selten so eine Entschlossenheit und Fokussierung bei so jungen Spielern gespürt.“ Man wolle die Begeisterung rund um diese Truppe für mehrere Projekte im Bereich Kinderfußball nutzen. „Da ist vieles in der Pipeline“, meinte Pröll.
ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel bezeichnete die U17-Vizeweltmeister als „Vorbild für alle anderen Jahrgänge“. Großer Trumpf sei die hohe individuelle Klasse und der Teamgeist gewesen. „Man sagt oft, man ist eine Familie, eine Einheit, aber in diesem Fall ist es wirklich so gewesen.“ Schöttel appellierte an die Kicker, weiter hart an sich zu arbeiten, damit sie im Profibereich Fuß fassen können. „Es war toll, aber es war trotzdem Fußball gegen Gleichaltrige.“
Sebastian Prödl begleitete die U17 in seiner Eigenschaft als Sportlicher Leiter der ÖFB-Nachwuchs-Nationalteams in Doha und war ebenfalls begeistert. „Sie wollten immer lernen und haben jeden Erfolg als Beweis, aber nicht als Gewinn gesehen.“ Spätestens mit dem 4:0-Achtelfinalsieg über England habe sich die Idee verfestigt, dass es ganz weit gehen könne, so Prödl, der 2007 als Kapitän mit dem ÖFB-U20-Team WM-Vierter wurde. „Ich bin sehr froh, dass sie diesen Erfolg übertrumpft haben.“
U17-Helden müssen sich Konkurrenzkampf stellen
Man werde versuchen, die WM-Kicker auch künftig bestens zu betreuen und auf „ihren Karriereleitern einzelne Sprossen zu festigen“, versprach der Steirer. Allerdings sei auch klar: „Je weiter man nach oben kommt, desto größer wird der Konkurrenzkampf.“
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